Bare Metal

Bare Metal.
Nacktes Metall.

Schon das Wort.
Nackt.
Kalt.
Unbeweglich.
Ohne Wert.

Ich war dort.
Einmal.
Startup drei.
Ich spreche nicht gerne darüber.

Wir haben Server gekauft.
Gewartet bis sie geliefert wurden.
Drei Wochen.
Dann eingerackt.
Dann BIOS konfiguriert.
Dann OS installiert.
Dann gepatcht.
Dann nochmal gepatcht.
Dann eine Festplatte getauscht.
Dann den Hersteller angerufen.
Dann in der Warteschleife gehangen.
Dann das Startup aufgegeben.

Nicht wegen der Festplatte.
Aber sie hat nicht geholfen.

Bare Metal liefert keinen Business Value.
Bare Metal liefert Wärme.
Und Lärm.
Und Stromrechnungen.
Und Nachtschichten.
Und den stillen Wunsch
dass irgendwo eine Cloud existiert
in der man einfach klickt
und es läuft.

Manche sagen: Bare Metal ist günstiger.
Manche sagen: Bare Metal ist schneller.
Manche sagen: Bare Metal gibt dir Kontrolle.

Ich sage: Bare Metal ist die Eiserne Jungfrau des Engineerings.
Von außen sieht es aus wie Kontrolle.
Von innen weißt du was es wirklich ist.

Die Cloud kostet mehr.
Das weiß ich.
Ich habe ein FinOps-Team das mir das täglich erklärt.
In Meetings.

Aber die Cloud fühlt sich nicht nach Metall an.
Die Cloud fühlt sich nach Möglichkeit an.
Nach Skalierung.
Nach einem Klick.
Nach jemandem der die Festplatten tauscht.
Nicht ich.
Nie wieder ich.

Wir diskutieren gerade ob wir den Login-Service abschalten.
Zu teuer.
Aber Bare Metal käme trotzdem nicht in Frage.
Lieber kein Login.
Als eigene Hardware.

Das ist meine rote Linie.
Ich habe wenige.
Das ist eine.

Wann habt ihr zuletzt
eine Entscheidung getroffen
aus purem Trauma?
Nicht aus Analyse.
Aus Erinnerung.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.