Ich habe einen Fehler gemacht.
Jahre lang.
Ich gebe es zu.
Das ist Stärke.
Ich habe mich eingemischt.
In Code Reviews.
In Architekturentscheidungen.
In Technologiewahl.
In die Diskussion ob Tabs oder Spaces.
Ich hatte eine Meinung.
Ich habe sie geteilt.
Laut.
Oft.
Mit Überzeugung.
Das Team hat genickt.
Und dann das Gegenteil gemacht.
Oder gewartet bis ich weg war.
Oder so getan als würden sie es umsetzen.
Und es nicht umgesetzt.
Ich habe das lange nicht verstanden.
Warum folgen sie mir nicht?
Ich bin der CTO.
Ich habe die Vision.
Ich habe die Erfahrung.
Ich habe das Buch gelesen.
Das Buch über das Buch gelesen.
Dann habe ich es verstanden.
Sie haben gemerkt dass ich zu weit weg bin.
Zu lange nicht mehr selbst gecoded.
Zu lange nur noch Meetings.
Zu lange nur noch Strategie.
Zu lange nur noch ich.
Ein CTO der sich einmischt
aber den Code nicht mehr wirklich versteht
ist kein Experte.
Er ist ein Störfaktor
mit Weisungsbefugnis.
Das war ich.
Startup vier bis neun.
Störfaktor mit Weisungsbefugnis.
Startup zehn habe ich etwas anderes probiert.
Ich habe aufgehört mich einzumischen.
Ich habe mich ins Büro gesetzt.
Ich habe nachgedacht.
Ich habe auf LinkedIn gepostet.
Ich habe Bücher gelesen.
Ich habe Kaffee getrunken.
Ich habe mit Bruno gesessen.
Das Team hat gearbeitet.
Ohne mich.
Besser als je zuvor.
Das war mein erfolgreichstes Unternehmen.
Nicht wegen mir.
Trotz mir.
Nein.
Ohne mir.
Nein.
Wegen mir.
Weil ich die Weisheit hatte
nicht da zu sein.
Das ist die schwierigste Führungslektion.
Nicht einmischen.
Nicht kommentieren.
Nicht helfen.
Einfach da sein.
Mit Kaffee.
Und LinkedIn.
Und dem Gefühl
dass man den Überblick hat.
Ob man ihn wirklich hat
ist eine andere Frage.
Die ich mir nicht stelle.
Wann habt ihr zuletzt
euren besten Beitrag geleistet
indem ihr nichts getan habt?
Nicht delegiert.
Nichts.
Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.