Mentoring ist nicht Wissenstransfer.
Mentoring ist Zeitverschwendung
die sich gut anfühlt.
Ein Senior der einem Junior erklärt
was er selbst vor zehn Jahren falsch gemacht hat.
Damit der Junior
dieselben Fehler etwas später macht.
Das ist kein Lernen.
Das ist Nostalgie im Eins-zu-eins-Format.
Ich spreche täglich mit Engineering-Leads.
Das Muster ist immer dasselbe:
Zwei Stunden pro Woche Mentoring.
Der Senior erklärt wie Dinge funktionieren.
Der Junior nickt.
Der Junior macht es trotzdem anders.
Der Senior ist enttäuscht.
Nächste Woche: wieder zwei Stunden.
Das ist kein Entwicklung.
Das ist ein Ritual.
Für Seniors die sich wichtig fühlen wollen.
Und Juniors die nicht Nein sagen können.
Weißt du was ein Junior wirklich braucht?
Keinen Mentor.
Einen Agenten.
Der Agent schläft nicht.
Der Agent ist nie ungeduldig.
Der Agent erklärt dasselbe
zum dreiundzwanzigsten Mal
ohne den Tonfall zu ändern.
Der Agent urteilt nicht.
Der Agent erinnert sich an den letzten Fehler
und wiederholt ihn nicht.
Der beste Mentor
den ein Junior heute haben kann
hat kein LinkedIn-Profil.
Hat keine Meinung über Tabs versus Spaces.
Hat keine Kriegsgeschichten aus 2009.
Mentoring war die Antwort
auf Wissen das in Menschen steckte
und nirgendwo sonst.
Dieses Wissen steckt jetzt woanders.
Wann habt ihr zuletzt einen Junior gefragt
ob er euer Mentoring wirklich braucht?
Nicht ob er es schätzt.
Ob er es braucht.
Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.