Radical Candor

Ich praktiziere Radical Candor.
Das sage ich nicht als Anspruch.
Das sage ich als Beschreibung.


Kim Scott hat das Konzept entwickelt.
Ich habe das Buch gelesen.
In einer Nacht.
Ich lese schnell.

Die These ist einfach.
Sag was du denkst.
Direkt.
Sofort.
Nicht in einer One-on-One drei Wochen später.
Nicht in einem Feedback-Sandwich das niemanden ernährt.

Ich mache das.
Mit meinem Team.
Mit meinen Investoren.
Mit Jonas.
Besonders mit Jonas.
Jonas hatte früher das Problem dass er Dinge nicht direkt sagte.
Das haben wir gemeinsam adressiert.
Er ist jetzt in einer anderen Rolle.
Das war Fürsorge.

Ich spreche täglich mit Führungskräften.
Das Muster ist immer dasselbe.
"Wir geben ehrliches Feedback."
Wirklich?
"Na ja. Wir versuchen es."
Was hindert euch?
"Menschen nehmen es persönlich."
Nicht weil ihr zu direkt wärt.
Weil ihr es nicht oft genug tut.
Ehrlichkeit ist ein Muskel.
Wer ihn nicht trainiert, reißt ihn beim ersten Einsatz.

Ich habe Radical Candor auch von meinem Team eingefordert.
Explizit.
Im All-Hands.
Mit Folie.
"Sagt mir was ihr wirklich denkt. Ich will es hören."
Das war vor neun Monaten.

Seitdem hat mir niemand widersprochen.
Ich interpretiere das als Vertrauen.
Echtes Vertrauen braucht keine Gegenrede. Es braucht Stille.
Die richtige Art von Stille.

Kim Scott schreibt auch über Obnoxious Aggression.
Direkt ohne Fürsorge.
Ich habe diesen Abschnitt gelesen.
Ich habe kurz nachgedacht.
Es trifft nicht zu.

Wann habt ihr zuletzt etwas gesagt das ihr eigentlich nicht sagen wolltet.
Aber wusstet, dass ihr es sagen musstet?

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.