Residuality

Residuality Theory ist nicht Architektur.
Residuality Theory ist Überlebenswille.

Die meisten Architekten denken in Stressoren.
Lastspitzen.
Netzwerkausfall.
Datenbankfehler.
Das ist Fantasielosigkeit mit Diagramm.

Ich denke in Stressoren die zählen.

Ich spreche täglich mit Engineering-Teams.
Das Muster ist immer dasselbe:

Welche Stressoren habt ihr analysiert?
"Porters Five Forces."
Was noch?
"SWAT-Analyse."
SWOT.
"Genau."

Porter hat 1979 keine außerirdische Invasion modelliert.
Das ist seine Schwäche.
Nicht meine.

Ich habe unsere Stressor-Analyse anders aufgesetzt.
Wir haben gelesen.
H.G. Wells. Krieg der Welten.
Wir haben gefragt: überlebt unsere Architektur das?

Kommunikationsinfrastruktur zerstört.
Rechenzentren nicht erreichbar.
Menschliche Operatoren nicht verfügbar.
Stromversorgung unzuverlässig.

Unsere Antwort war unbequem.
Wir haben drei Monate gebaut.
Jetzt ist die Antwort ja.

Dann haben wir weitergelesen.

Star Trek. First Contact.
Die Vulkanier landen.
Erstkontakt mit einer außerirdischen Zivilisation.
Globale Kommunikationsinfrastruktur überlastet.
Regulatorisches Vakuum.
Völlig neue Anforderungen an Identität und Authentifizierung.
Wer ist Mensch. Wer ist Vulkanier. Wer darf was.

Überlebt unsere Architektur das?
Ja.
Wir haben ein Feature Flag.

Das ist Residualität.
Der Kern der überbleibt wenn alles andere wegfällt.
Nicht der Kern der überbleibt wenn der Load Balancer neu startet.

Was unsere Architektur nicht überlebt:
Eine Erhöhung der Umsatzsteuer.
Wir haben das getestet.
Das Pricing-Modul hat drei hardcodierte Steuersätze.
Einer davon ist falsch.
Das ist ein bekanntes Problem.
Wir adressieren es.
Mittelfristig.

Wann habt ihr zuletzt einen Sci-Fi Roman als Anforderungsdokument genutzt?
Nicht als Metapher.
Als Anforderungsdokument.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.