Architektur

arc42

arc42 ist kein Template.
arc42 ist Prokrastination mit Nummerierung.

Zwölf Kapitel.
Kapitel eins: Einführung und Ziele.
Kapitel zwei: Randbedingungen.
Kapitel drei: Kontextabgrenzung.
Kapitel vier: Lösungsstrategie.
Kapitel fünf: Bausteinsicht.
Kapitel sechs: Laufzeitsicht.
Kapitel sieben bis zwölf: niemand liest sie.

Das ist keine Architektur.
Das ist Archäologie in Echtzeit.
Ihr dokumentiert was ihr gebaut habt.
Nicht was ihr bauen wollt.
Nicht was ihr bauen solltet.
Was ihr gebaut habt.
Falsch.

Qualitätsziele.
Das Herzstück von arc42.
Performance.
Skalierbarkeit.
Sicherheit.
Wartbarkeit.
Zuverlässigkeit.

Weißt du was diese Qualitätsziele gemeinsam haben?
Sie sind alle gleich wichtig.
Immer.
In jedem System.
Bei jedem Startup.
Bei jedem Enterprise.
Bei jedem Toaster mit Internetanschluss.

Alles ist gleich wichtig.
Also ist nichts priorisiert.
Also entscheidet niemand.
Also dokumentiert ihr weiter.
Kapitel acht.
Kapitel neun.

Ich spreche täglich mit Architekten.
Das Muster ist immer dasselbe:

Wie lange habt ihr an der Architekturdokumentation gearbeitet?
"Drei Monate."
Wer hat sie gelesen?
Nachdenken.
"Der Architekt der sie geschrieben hat."
Sonst niemand?
"Der neue Entwickler. Einmal. Im Onboarding."
Hat er sie verstanden?
"Er hat Fragen gestellt."
Habt ihr sie beantwortet?
"Wir haben ihm die Dokumentation geschickt."

Und jetzt kommt AI.

AI liest keine arc42.
AI liest den Code.
AI versteht die Architektur.
Ohne Kapitel drei.
Ohne Kontextabgrenzung.
Ohne das Diagramm das seit 2021 falsch ist. Aber niemand aktualisiert. Weil es in Confluence liegt. Und niemand Confluence öffnet.

arc42 war die Antwort auf Architekturen
die niemand verstand.
AI versteht Architekturen ohne Dokumentation.
Menschen die arc42 schreiben
tun es für andere Menschen.
Die es nicht lesen.

Wann hat eure Architekturdokumentation
zuletzt eine Entscheidung beeinflusst?
Nicht informiert.
Beeinflusst.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.