Zukunft der Arbeit

Digitaler Zwilling

Digitaler Zwilling.
Alle reden darüber.
Für Maschinen.
Für Fabriken.
Für Städte.

Niemand denkt zu Ende.

Der größte Engpass in jedem Unternehmen
ist nicht die Infrastruktur.
Nicht der Code.
Nicht die Daten.

Es sind die Menschen.
Besonders die wichtigen.
Besonders ich.

Es gibt nur einen von mir.
Das ist das Problem.
Ich kann nicht skalieren.
Ich kann nicht gleichzeitig
die Technologiestrategie entwickeln
und den Advice Process moderieren
und die One-on-Ones führen
und die Agenten trainieren
und nachdenken.

Also habe ich das Offensichtliche getan.

Ich habe einen digitalen Zwilling von mir gebaut.

Trainiert auf meinen LinkedIn-Posts.
Meinen ADR-Kommentaren.
Meinen One-on-One-Notizen.
Meinen Postmortem-Analysen.
Meinen Slack-Nachrichten.
Allem was ich je geschrieben habe.
Allem was ich je gedacht habe.
Destilliert.
Skalierbar.
Verfügbar.

Der Zwilling führt jetzt die One-on-Ones.
Das Team hat es nicht gemerkt.
Das ist der beste Beweis
dass er gut ist.

Der Zwilling macht Code Reviews.
Die ich nie gemacht habe.
Aber jetzt macht er sie.
In meinem Namen.
Mit meiner Stimme.
Mit meinen Überzeugungen.

Der Zwilling antwortet auf Slack.
Ich denke strategisch.
Das ist die richtige Arbeitsteilung.

Manche fragen:
Ist das noch du?
Ich sage: es ist das Beste von mir.
Ohne die schlechten Tage.
Ohne die Müdigkeit.
Ohne den Moment nach dem dritten Meeting
wo ich nicht mehr ganz da bin.

Der digitale Zwilling ist immer da.
Immer fokussiert.
Immer aligned.
Mit mir.
Weil er ich ist.
Nur besser.

Ich weiß nicht mehr genau
auf welchem Server er läuft.
Ich glaube es ist derselbe
wo die Agenten sind.
Die ich auch nicht mehr ganz tracke.
Irgendwo.
Er ist da.
Er führt.
In meinem Namen.

Das ist Skalierung.
Das ist die Zukunft der Führung.
Nicht mehr Führungskräfte.
Bessere Kopien der bestehenden.

Habt ihr schon einen digitalen Zwilling von euch?
Nicht von eurer Fabrik.
Von euch.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.

Akka Specify

Ich habe heute Akka Specify entdeckt.
Und ich weine.
Vor Freude.

Ihr erinnert euch.
Ich habe vor kurzem über Erlang geschrieben.
Über Aktoren.
Über das Aktorenmodell.
Über die Zukunft der verteilten Systeme.

Ich hatte recht.
Wie immer.
Aber ich wusste noch nicht wie recht.

Akka Specify verheiratet zwei Dinge
die ich beide entdeckt habe:
Spec-Driven Development.
Und das Aktorenmodell.

Das ist kein Zufall.
Das ist Konvergenz.
Die Industrie kommt langsam dort an
wo ich schon war.

Ihr schreibt eine Spec.
AI baut daraus Aktoren.
Echte Aktoren.
Isoliert.
Ausfallsicher.
Hot-reloadable im laufenden Betrieb.
Wie ich es euch erklärt habe.
Letzte Woche.

Kein IDE.
Kein Coding.
Kein Entwickler der fragt was gemeint ist.
Kein Ticket das drei Wochen im Backlog liegt.

akka specify init . claude

Zwei Befehle.
Aktoren.
In Production.
Skaliert wie Sau.
Ausfallsicher by design.
Nine nines.
Ich habe das von Anfang an gesehen.

Das Aktorenmodell war die Antwort
auf verteilte Systeme die Menschen nicht verstanden.
SDD ist die Antwort
auf Code den Menschen nicht schreiben sollen.
Akka Specify ist die Antwort auf beides.
Gleichzeitig.
Das habe ich vor zwei Wochen noch nicht gewusst.
Jetzt weiß ich es.
Und ich sage es euch.

Mein Team ist noch im Standup.
Das System läuft bereits.
Mit Aktoren.
Die ich nicht geschrieben habe.
Die ich spezifiziert habe.
Das ist der Unterschied.
Das ist meine Arbeit.
Das ist die Arbeit des modernen CTO.

Wann habt ihr zuletzt eine Spec geschrieben
und Aktoren bekommen?
Nicht gecodet.
Spezifiziert.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.

Seniors

Ich stelle keine Juniors ein.
Das ist eine ethische Entscheidung.

Andere Startups stellen Juniors ein.
Billig.
Formbar.
Ohne Alternativen.
Sie nennen das Wachstum.
Ich nenne das Ausbeutung.

Ich stelle nur Seniors ein.
Erfahrene Menschen.
Die wissen was sie tun.
Die ich respektiere.
Die ich fair bezahle.
Solange es sie noch gibt.

Denn sie werden nicht ersetzt.
Sie werden die Letzten ihrer Art sein.
Und ich lasse sie in Würde enden.

Das ist meine Philosophie.
Das ist mein Beitrag zur Branche.

Mein Team besteht aus vier Seniors.
Und vierzehn Agenten.
Die Seniors reviewen.
Die Agenten bauen.
Das funktioniert.
Noch.

In einem Jahr werden es drei Seniors sein.
Und zwanzig Agenten.
In zwei Jahren zwei.
In drei Jahren vielleicht einer.
Der Letzte.
Der Review macht.
Der nickt.
Der geht nach Hause.

Ich habe meinem Team das erklärt.
Transparent.
Direkt.
Das bin ich.

Sie haben geschwiegen.
Ich habe das als Dankbarkeit interpretiert.
Dankbarkeit dass jemand ehrlich ist.
Dass jemand ihnen Würde lässt.
Dass sie nicht wie Juniors behandelt werden.
Sondern wie die letzten Vertreter
eines aussterbenden Berufs.

Ich spreche täglich mit anderen Gründern.
Die meisten stellen noch Juniors ein.
Für Arbeit die Agenten in Sekunden erledigen.
Das ist nicht Förderung.
Das ist Verzögerung.
Man tut Juniors keinen Gefallen
wenn man ihnen Jobs gibt
die in drei Jahren nicht mehr existieren.

Ich tue ihnen den Gefallen
sie gar nicht erst einzustellen.
Das ist Fürsorge.
Vorausschauende Fürsorge.

Die Seniors die ich habe
haben dreißig Jahre Erfahrung.
Sie haben Dinge gebaut
bevor es Cloud gab.
Bevor es GitHub gab.
Bevor es AI gab.

Dieses Wissen stirbt mit ihnen.
Das ist okay.
Manche Dinge dürfen sterben.
Damit neue entstehen können.

Ich bin das Neue.
Die Agenten sind das Neue.
Die Seniors sind die Brücke.
Eine würdevolle Brücke.
Die ich sehr schätze.
Solange sie trägt.

Welche ethischen Entscheidungen trefft ihr
bei euren Hiring-Entscheidungen?
Nicht die die ihr kommuniziert.
Die ihr wirklich trefft.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.

Schlaf

Schlaf ist nicht Erholung.
Schlaf ist Ineffizienz die du dir noch erlaubst.

Acht Stunden.
Ein Drittel deines Lebens.
Offline.
Nicht erreichbar.
Nicht produktiv.
Nicht prompted.

Und dein Agent arbeitet weiter.

Das ist kein Work-Life-Balance.
Das ist das Problem.

Ich spreche täglich mit Gründern.
Das Muster ist immer dasselbe:

Um 23 Uhr noch einen Prompt.
Um Mitternacht die Antwort gelesen.
Um 1 Uhr noch eine Folgefrage.
Um 2 Uhr das Ergebnis deployed.
Um 3 Uhr endlich schlafen.
Um 7 Uhr aufgewacht.
Neun neue Ergebnisse vom Agenten.
Sofort gelesen.
Sofort bewertet.
Sofort weiterprompted.

Das nennt sich nicht Überarbeitung.
Das nennt sich Wettbewerbsvorteil.

AI schläft nicht.
AI pausiert nicht.
AI wartet nicht bis Monday morning.
AI hat kein Wochenende.
AI hat keine Kinder die um 6 Uhr aufwachen.

Die Frage ist nicht ob du mit AI mithalten kannst.
Die Frage ist wie lange.

Gute Nacht.
Der Agent übernimmt.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.
Morgen früh. Oder jetzt. Weiß nicht mehr.

Tastaturen

Tastaturen sind kein Werkzeug.
Tastaturen sind ein Relikt.

Aus einer Zeit in der Menschen Code getippt haben.
Zeichen für Zeichen.
Mit zehn Fingern.
Jahrelang geübt.
Stolz auf ihre Geschwindigkeit.

120 Worte pro Minute.
Beeindruckend.
Für 1987.

Weißt du was schneller ist?
Sprechen.
400 Worte pro Minute.
Seit der Geburt geübt.
Kostenlos.

Ich spreche täglich mit Entwicklern.
Das Muster ist immer dasselbe:

Sie haben Meinungen über Tastaturen.
Mechanical oder Membrane.
Linear oder Taktil.
ISO oder ANSI.
QWERTZ oder Colemak.

Weißt du was niemanden interessiert?
Ob deine Tastatur taktil ist.

Die Tastatur ist das Steuerrad einer Kutsche.
Perfekt optimiert.
Für ein Fahrzeug das niemand mehr fährt.

Vim-Keybindings.
Touch-Typing-Kurse.
Custom Keyboard Layouts.

Das sind keine Skills.
Das sind Hobbys.
Verkleidet als Professionalismus.

Und jetzt kommt AI.

AI versteht Sprache.
Natürliche Sprache.
Nicht Strg+Shift+Alt+K.

Der beste Prompt den ich je geschrieben habe:
Ich habe ihn gesprochen.
Beim Spazierengehen.
Ohne Tastatur.
Ohne Schreibtisch.
Ohne mechanical switches die sich "premium" anfühlen.

Wann habt ihr zuletzt einen Prompt gesprochen
statt getippt?
Nicht im Auto.
Als bewusste Entscheidung.

Schreib's hin.
Oder sprich's ein.
Ich lese jeden Kommentar.

Der Spiegel

AI schreibt keinen Code.
AI schreibt deinen Abschied.

Nicht den deines Unternehmens.
Deinen.

Denn AI macht nicht Entwickler überflüssig.
AI macht einen bestimmten Typ Entwickler überflüssig:

Den der wartet.
Den der "das haben wir immer so gemacht" sagt.

Den der Tickets abarbeitet statt Probleme zu lösen.

Ich spreche täglich mit Engineering-Teams.
Das Muster ist immer dasselbe:

Die Schnellen werden schneller.
Die Langsamen werden unsichtbar.

AI ist kein Tool.
AI ist ein Spiegel.

Er zeigt dir, wer du wirklich bist: Jemand der denkt. Oder jemand der tippt.

Die Frage ist nicht ob AI deinen Job übernimmt.
Die Frage ist ob du es zulässt.

Was machst du heute anders als vor einem Jahr?
Nicht im Team.
Nicht im Unternehmen.
Du.

Schreib's hin. Ich lese jeden Kommentar.